Die Ankunft.

Von Philadelphia nach State College fliegt man dann mit einem US Airways Express Shuttle. Was so vornehm klingt, heißt jedoch nichts anderes, als dass man in eine Propellermaschiene steigen muss, die einen dann in die Pampa fliegt. Das Witzige an dieser Linie ist, dass meist zuviele Personen mit viel zu viel Gepäck mitfliegen wollen. Daher kann es sein, dass das ein oder andere Stück draußen bleibt - wie mein Koffer zum Beispiel.

Gut, ich hatte damit gerechnet (es ging ja bisher systematisch alles schief) und so waren die wichtigsten Dinge im Handgepäck. Victor hat mir dann später gesagt, das dies normal sei, manchmal würde die Fluggesellschaft sogar fragen, ob jemand seinen Platz zugunsten von Gepäck aufgeben würde. Mein Koffer wurde übrigens noch am selben Abend bei Victor abgeliefert.

Die erste Nacht bin ich bei Victor und seiner Familie untergekommen. Victor hat drei Kinder (zwei Söhne und eine Tochter) und ich habe neben diesen und seiner Frau auch noch gleich seine Nichte kennengelernt. Ich hatte eigentlich damit gerechnet noch etwas Truthahn abzubekommen (einen Tag vorher war schließlich Thanksgiving), doch ich mußte mit asiatischem Allerlei vorlieb nehmen (das übrigens sehr köstlich war). Victors ältester Sohn hat dann einiges an Coolheitspunkten gewonnen, als er die neuste Version von Dance-Station für die PS2 ausgepackt hat. Victors Nichte und er haben das dann den ganzen Abend gespielt (er hatte sogar zwei Tanzmatten!). Da ich jedoch zu Müde war, konnte ich seinen Aufforderungen mitzuspielen nicht folgeleisten. So wie er das jedoch drauf hatte, hat er bereits die ein oder andere Minute an einem Automaten geübt, dennoch hätte ihn natürlich klar gemacht8-).

Ich bin dann so gegen 22 Uhr ins Bett und habe meinen Jet-Lag kultiviert. Am nächsten Morgen hat Victor dann erstmal sein Haus ausgemistet, um mir einiges an Sachen für meine Wohnung mitgeben zu können. Das ganze war eine klassische Win-Win Situation, da er den Plunder nicht mehr gebrauchen kann und ich mir einiges an Anschaffungskosten gespart habe. So sind wir dann mit einigen Kisten und Gepäck beladen in mein neues Zuhause gefahren, was in Mitten der "Stadt" in einem Apartmentkomplex liegt. Die Wohnung ist recht schön, lediglich einige Möbel haben schon den ein oder anderen Weltkrieg erlebt:(.

Nachdem mich Victor verlassen hat, habe ich meine erste Erkundungstour in State College gemacht. Man kann sagen, dass alles hier recht übersichtlich zugeht. Was nicht heißt, dass die Stadt keine gewisse Ausdehnung hat. Allein der Campus ist riesig und fast so groß wie die Stadtfläche. Mein Spaziergang wurde durch folgendes unfreiwillig zu einer willenlosen Lauferei: Hier sind die Straßenschilder unter den Ampeln angebracht (die übrigens hinter der Kreuzung stehen). Das hat mich zur Annahme verleitet, dass die Straße unter dem Schild so heißt wie oben drüber vermerkt. Nur leider heißt die kreuzende Straße so. Wenn man sich also nach diesem System und ohne Karte an den Straßennamen orientiert, wird es leicht etwas länger. Vor allem, wenn man nicht umkehren möchte. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, da mir meine Füße beim Gedanken daran immer noch wehtun.

Aber wie wir ja alle wissen: Eine Stadt muß man sich erlaufen!

Liebe Grüße

Jochen