Erdbeerbier und Künstler!
Gestern abend war ich ein wenig zu früh dran für mein erstes Bier, daher dache ich mir: "Hey, warum gehst Du eigentlich nicht mal in diesen Laden für gebrauchte Bücher."
Laßt mich kurz innehalten und fragen: Seht ihr sie auch? Ich meine die rote Warnsirene dort hinten in der Ecke?
Nun ja, ich habe sie ignoriert und bin eingetreten (es war aber auch kalt gestern...). Nachdem der erste Schwall an verbrauchter Buchluft seine Zirkulation durch meine Lungen angetreten hatte (ein Geruch, wie man ihn auch in jeder Uni-Bib. findet) und ich mich an der Schlange vorm Teestand (!) vorbeigemogelt hatte (ja, da war sie, die zweite Sirene, aber ich wollte nicht hören), stand ich auf einmal mitten in dem Laden und hatte das Gefühl, dass mich alle anschauen!
Eigentlich war es nicht nur ein Gefühl, sondern blanke Realität, denn ich platzte in einen "Open Mic Abend" hinein. Open Mic, also so etwas wie DSDS für Arme, ist an sich ja schon problematisch, aber die Kombination mit einem Laden für gebrauchte Bücher gab der ganzen Geschichte noch einmal eine zusätzliche Brisanz. Als ich dort so stand, spielte gerade ein Country Boy auf seiner Gitarre ein undefinierbares Lied und, um meinen Schrecken noch zu verstärken, er hatte auch noch eine Mundharmonika umgeschnallt!
Meinem geheuchelten Interesse fügte sich jetzt langsam ein gewisser zoologischer Aspekt hinzu. Man muss solche Phänomene in freier Wildbahn einfach mal studieren. Als also der "Sänger" dann fertig war im See seiner selbst zu schwimmen, wurde der richtig gefeiert. Und man bat sogar um ein weiteres Lied. Darauf sagte der "Künstler" (in freier Übersetzung) so etwas wie:
Manchmal kann ich jedoch ziemlich schmerzfrei sein. Das Lied war zum Glück recht kurz , es brachte mich jedoch fast so weit auch ans Mikro zu treten und das Alphabet in deutsch aufzusagen. Glaubt mir, das Publikum hätte geklatscht. Nun ja, der nächste "Künstler" kam dann mit seinem Lieder- und Gedichtebuch hervorgekrochen und ich machte, was ich gleich am Anfang hätte tun sollen. Ich verließ den Laden so schnell wie es ging.
Ich bin dann gleich in die nächste Bar und wollte mir nur ein Bier kaufen. Manchmal muss man einen solchen Kulturschock einfach runterspülen. Die weibliche Bedienung meinte es dann besonders gut mit mir und wollte mir ein belgisches (!) Erdbeerbier (!!!) andrehen.
An manchen Tagen kommt halt besonders dick!
Liebe Grüße
Jochen
Laßt mich kurz innehalten und fragen: Seht ihr sie auch? Ich meine die rote Warnsirene dort hinten in der Ecke?
Nun ja, ich habe sie ignoriert und bin eingetreten (es war aber auch kalt gestern...). Nachdem der erste Schwall an verbrauchter Buchluft seine Zirkulation durch meine Lungen angetreten hatte (ein Geruch, wie man ihn auch in jeder Uni-Bib. findet) und ich mich an der Schlange vorm Teestand (!) vorbeigemogelt hatte (ja, da war sie, die zweite Sirene, aber ich wollte nicht hören), stand ich auf einmal mitten in dem Laden und hatte das Gefühl, dass mich alle anschauen!
Eigentlich war es nicht nur ein Gefühl, sondern blanke Realität, denn ich platzte in einen "Open Mic Abend" hinein. Open Mic, also so etwas wie DSDS für Arme, ist an sich ja schon problematisch, aber die Kombination mit einem Laden für gebrauchte Bücher gab der ganzen Geschichte noch einmal eine zusätzliche Brisanz. Als ich dort so stand, spielte gerade ein Country Boy auf seiner Gitarre ein undefinierbares Lied und, um meinen Schrecken noch zu verstärken, er hatte auch noch eine Mundharmonika umgeschnallt!
Meinem geheuchelten Interesse fügte sich jetzt langsam ein gewisser zoologischer Aspekt hinzu. Man muss solche Phänomene in freier Wildbahn einfach mal studieren. Als also der "Sänger" dann fertig war im See seiner selbst zu schwimmen, wurde der richtig gefeiert. Und man bat sogar um ein weiteres Lied. Darauf sagte der "Künstler" (in freier Übersetzung) so etwas wie:
"Nö, ja gut, ich habe da gerade was auf der Coach zusammengezimmert, mal sehen, wie es klingt!"Die dritte Sirene! Ich hör sie jetzt noch ganz laut und deutlich!
Manchmal kann ich jedoch ziemlich schmerzfrei sein. Das Lied war zum Glück recht kurz , es brachte mich jedoch fast so weit auch ans Mikro zu treten und das Alphabet in deutsch aufzusagen. Glaubt mir, das Publikum hätte geklatscht. Nun ja, der nächste "Künstler" kam dann mit seinem Lieder- und Gedichtebuch hervorgekrochen und ich machte, was ich gleich am Anfang hätte tun sollen. Ich verließ den Laden so schnell wie es ging.

Ich bin dann gleich in die nächste Bar und wollte mir nur ein Bier kaufen. Manchmal muss man einen solchen Kulturschock einfach runterspülen. Die weibliche Bedienung meinte es dann besonders gut mit mir und wollte mir ein belgisches (!) Erdbeerbier (!!!) andrehen.
An manchen Tagen kommt halt besonders dick!
Liebe Grüße
Jochen




3 Kommentare:
Wie geil ist das denn:
http://www.youtube.com/watch.php?v=py5VWZdd0VY&search=Chuck%20Norris
Und wo wir gerade beim guten alten Chuck sind:
http://www.4q.cc/chuck/index.php?topthirty
Und nochmal Roxbury...
http://www.yourfilehost.com/media.php?cat=swf&file=whatislove.swf
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