In den US per Auto

Man kennt ja die alten Mythen, die man von den Boulevard-Magazinen wie Explosiv suggeriert bekommt: Von den (meist männlichen) US-Amerikanern, deren größter Traum es ist, einmal über deutsche Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu brausen. Und wie das mit den Mythen so ist (ich sage nur Ballermann und Ischgl), auch dieser hier scheint mir von den Medien lediglich erfunden worden zu sein.

Den Eindruck hatte ich zumindest, als wir unterwegs waren. Kaum waren wir raus aus State College, schon wurden wir von den ersten Autos jenseits der Geschwindigkeitsbegrenzung überholt. Ayka kam sich irgendwann wie ein richtiger Streber vor, weil sie sich immer an die Schilder hielt (wie langweilig:)).

Außerdem haben mich diese riesigen Laster beeindruckt. Als ich klein war, habe ich immer den Film "Ein ausgekochtes Schlitzohr" mit Burt Reynolds geliebt. Ein Laster, der immer vollgas gibt, bis das Pedal unterm Bodenblech rausschaut. Fand ich lustig. Etwas anderes ist es jedoch, wenn man die ganze Zeit von solchen Ungetümen überholt wird. Das Konzept der Geschwindigkeitsbegrenzung für LKW wurde anscheinend in den Siebzigern genau von jenem Film aus den Angeln gehoben. Die sind echt gnadenlos und da man hier auch rechts überholen darf, findet man sich schnell wie eine Sardiene zwischen zwei solchen Monsterlastzügen. Naja, Bandit ist ja auch immer unter einem solchen Anhänger durchgefahren, um sich vor der Polizei zu verstecken und da habe ich Ayka auch einfach auf ein solches Notfallmanöver hingewiesen.

Das praktische am Autobahnsystem hier ist, dass die Autobahnen neben einer Nummer immer eine Richtung haben, also etwa I-85 South, sodass man auch immer weiß, in welche Richtung man fährt. Macht die Orientierung einfacher und wäre auch mal ein Tipp für Deutschland.

Und wo wir gerade dabei sind: Ich bin dafür, dass man in Deutschland auch die Nummernschilder vorne abmachen darf. Ein neuer Audi A6 (z.B.) ohne Frontnummernschild sieht dann noch um einiges cooler aus. Genauso ist das auch bei den meisten anderen Marken.

Ach so, egal was ich früher gesagt habe: Ich will auch einen Hummer Jeep haben. Ich will, ich will, ich will. Den könnte ich dann bei den Benzinpreisen in Deutschland nur hier fahren (wir sind mit Benzin für 30$ nach Washington hin und zurück gefahren(!) , eine Gallone, also 3,785 Liter, kostet im Moment 2,25$), dass Ding steht dennoch auf meinem Wunschzettel für nächstes Jahr Weihnachten...

Übrigens ist die Gallone Benzin hier immer noch billiger als die Gallone Milch, was einem zu denken geben sollte...

Liebe Grüße

Jochen