Superbowl!

Gestern war die Stadt abends wie ausgestorben: Superbowl - das Football Ereignis überhaupt - stand gestern ab 18:30 Uhr auf dem Program. Und was hinzu kam: Es spielten die Pittsburgh Steelers gegen die Seattle Seahawks. Und Pittsburgh ist gerade mal hundert Meilen entfernt, also war das hier fast wie ein Heimspiel. Dem entsprechend war auch die Hysterie hier.

Um die Bedeutung des Superbowls zu begreifen, muß man sich erst einmal klarmachen, dass es hier zwei Football Ligen gibt, die getrennt unter sich die besten Teams bestimmen. Und danach geht es in die Entscheidungsrunden, an deren Ende dann das Finale, der Superbowl steht. Das ist also, gemessen an der Größe der USA, so in etwa wie das Europameisterschaftsfinale im Fußball bei uns.

Damit ich auch in den Genuß dieses Ereignisses kommen konnte (ich habe ja keinen Fernseher), hatte mich Victor zu sich nach Hause eingeladen. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass ich auch noch in den Genuß eines leckeren Essens (Schnitzel mit Kartoffelbrei, also richtig feste Nahrung:), mampfi, mampfi) gekommen bin.

Daß sich so ein Spiel über vier Stunden hinzieht, hätte ich jedoch nicht erwartet. Wir haben dann so um 20.30 Uhr abgebrochen, weil Victor noch weg mußte. Ich bin nochmal kurz einkaufen gegangen (habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie toll ich es finde, dass hier die Geschäfte auch Sonntags bis um 22 Uhr aufhaben?), und da gab es auf einmal auf den Straßen kein Halten mehr: Die Steelers hatten gewonnen.

Naja, den Rest muß man sich so in etwa wie bei uns vorstellen, wenn bei der Europameisterschaft die Feierkarawanen durch die Stadt ziehen. Nur ohne Alkohol halt; was jedoch nicht heißt, dass die Teilnehmer nicht schon von vorher rabenschwarz sind.

Ich bin dennoch nicht so ganz hinter den Mythos Football gestiegen. Es ist mir vor allem unbegreiflich, wie man den Ball im Auge behalten kann, wenn man im Stadion ist. Ich meine, es ist schon im Fernsehen schwer zu erkennen, wer denn da als nächstes von den männlichen Fleischbergen begraben wird.

Ach so: Und es gibt doch Vampire! Die Rolling Stones bei ihrem Halbzeitauftritt waren der beste Beweis dafür. Okay, vielleicht würde jeder so aussehen, wenn er jahrelang seine Kokainabhängigkeit mit Alkohol bekämpft hätte (gut, der war geklaut, hat aber gerade gepaßt). Trotzdem: Falls sie wirklich untot sind, hier mein Verweis auf die Untergangsszenarien.

Liebe Grüße

Jochen

P.S.: Als Nachtrag zu gestern fällt mir ein, dass ich gar nicht den obligatorischen Link gebracht habe. Es tut mir echt Leid...